Familienrecht

März 2012

Im Pflegeheim lebende Frau erhält wegen des Vermögens ihres Ehemanns keine Sozialhilfe

Von |2016-10-17T19:06:51+00:00März 20th, 2012|Familienrecht, Sozialrecht|

Das Hessische Landessozialgericht sprach in seinem Urteil vom 05.12.2011 (L 7 SO 194/09; PM) aus, daß Sozialhilfe zur Pflege nur geleistet werde, soweit den Pflegebedürftigen oder deren Ehegatten bzw. Lebenspartnern nicht zuzumuten sei, die Pflegekosten zu tragen. Ein Ehegatte oder Lebenspartner könne jedoch nicht herangezogen werden, wenn er vom Pflegebedürftigen getrennt lebe. Allein aus der [...]

BGH: Keine Ausgleichspflicht bei nachehelicher Beschäftigung, wenn tatsächliche Betriebszugehörigkeit erst nach Rechtskraft der Scheidung

Von |2016-10-17T19:06:53+00:00März 18th, 2012|Familienrecht|

Der Bundesgerichtshof entschied per Beschluß am 01.06.2011 (XII ZB 186/08), daß wenn der die Versorgungszusage enthaltende Arbeitsvertrag noch innerhalb der Ehezeit abgeschlossen worden sei, die Beschäftigung aber erst nach der Ehezeit aufgenommen werde, grundsätzlich kein ausgleichspflichtiger Ehezeitanteil an der betrieblichen Altersversorgung entstandensei. Die Ehe der Parteien wurde geschieden. Die vom Ehemann während der Ehezeit erworbenen [...]

BGH: Unterhalt für erwachsene Kinder – erhöhter Selbstbehalt

Von |2016-10-17T19:06:54+00:00März 12th, 2012|Familienrecht|

Mit der Entscheidung des Bundesgerichtshof vom 18.01.2012 (XII ZR 15/10) ist es nicht zu beanstanden, einem Elternteil gegenüber dem Unterhaltsanspruch seines erwachsenen Kindes, das seine bereits erlangte wirtschaftliche Selbständigkeit wieder verloren hat, einen ebenso erhöhten angemessenen Selbstbehalt zu belassen, wie ihn die unterhaltsrechtlichen Tabellen und Leitlinien für den Elternunterhalt vorsehen. In dem Verfahren ging es [...]

BGH: Sekundäre Darlegungslast des Berechtigten für ehebedingte Nachteile bei Befristung des nachehelichen Unterhalts – ehebedingte Nachteile

Von |2016-10-17T19:06:54+00:00März 11th, 2012|Familienrecht|

In seiner Entscheidung des vom 26.10.2011 befaßte sich der Bundesgerichtshof mit der sekundären Darlegungslast des Berechtigten für ehebedingte Nachteile bei Befristung des nachehelichen Unterhalts (XII ZR 162/09). In dem zugrundeliegenden Verfahren begehrte der unterhaltsverpflichtete Ehemann die Abänderung eines nachehelichen Unterhaltsvergleichs, mit dem Ziel der Reduzierung und Befristung des Unterhalts. Die Parteien hatte eine fast 20jährige [...]

Kindeswohlgefährdung – Umgangspflegschaft vor Sorgerechtsentzug

Von |2016-10-17T19:06:54+00:00März 9th, 2012|Familienrecht|

Der Bundesgerichtshof befand in seiner Entscheidung vom 26.10.2011 (XII ZB 247/11), daß zur Beseitigung einer Gefährdung des Kindeswohls (hier: Umgangsvereitelung und massive Beeinflussung des Kindes durch die allein sorgeberechtigte Mutter gegen den Vater) nur das mildeste Mittel gewählt werden dürfe. Vor Entziehung des - gesamten - Aufenthaltsbestimmungsrechts wegen Umgangsvereitelung sei eine Umgangspflegschaft einzurichten. Davon könne [...]

OLG Schleswig-Holstein: Elternrecht und Kindeswohl – keine gemeinsame elterliche Sorge bei Gefährdung des Kindeswohls

Von |2016-10-17T19:06:54+00:00März 8th, 2012|Familienrecht|

Pressemitteilung 4/2012 des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 14.02.2012: Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, kann der Vater das gemeinsame Sorgerecht für das Kind gegen den Willen der Mutter nur erhalten, wenn die gemeinsame Ausübung der Elternverantwortung dem Wohl des Kindes dient. Führt nach Einschätzung des Gerichts das gemeinsame Sorgerecht zu weiterem Konfliktstoff zwischen den Eltern, sind [...]

BVerfG: Sorgerecht unverheirateter Eltern u. Antrag der SPD-Bundesfraktion zur Neuregelung

Von |2016-10-17T19:06:56+00:00März 7th, 2012|Familienrecht|

Das Bundesverfassungsgericht befand in seinem Beschluß vom 21. Juli 2010 (1 BvR 420/09). daß es das Elternrecht des Vaters eines nichtehelichen Kindes aus Art. 6 Abs. 2 GG verletze, daß er ohne Zustimmung der Mutter generell von der Sorgetragung für sein Kind ausgeschlossen ist und nicht gerichtlich überprüfen lassen kann, ob es aus Gründen des [...]

Februar 2012

BGH: Bestellung eines Verfahrenspflegers in Betreuungsverfahren

Von |2016-10-17T19:06:58+00:00Februar 28th, 2012|Familienrecht|

Mit der Entscheidung des Bundesgerichtshof vom 28.09.2011 (XII ZB 16/11) ist die Bestellung eines Verfahrenspflegers für den Betroffenen nach § 276 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 FamFG regelmäßig schon dann geboten, wenn der Verfahrensgegenstand die Anordnung einer Betreuung in allen Angelegenheiten als möglich erscheinen läßt. Für einen in diesem Sinne umfassenden Verfahrensgegenstand spreche, daß [...]

Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung auch absetzbar bei Zweitwohnung in einer Entfernung von 144 km zur Arbeitsstätte

Von |2016-10-17T19:06:59+00:00Februar 26th, 2012|Familienrecht|

Das Finanzgericht Düsseldorf hat ein Wohnen „am Beschäftigungsort“ angenommen und Aufwendungen wegen doppelter Haushaltsführung zum Abzug zugelassen, obwohl die Zweitwohnung der Klägerin 144 km von ihrer Arbeitsstätte entfernt lag und die Fahrt von der Zweitwohnung zur Arbeitsstätte mit dem ICE eine Stunde dauerte (Urteil vom 11 K 4448/10 ; PM). Entgegen der Auffassung des Beklagten [...]

Keine Witwenrente nach 17-tägiger Ehe – keine Widerlegung der Versorgungsehe

Von |2016-10-17T19:07:00+00:00Februar 24th, 2012|Familienrecht, Sozialrecht|

Hat eine Ehe nicht mindestens ein Jahr gedauert, so besteht regelmäßig kein Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente. Nur wenn besondere Umstände die Annahme einer sogenannten Versorgungsehe widerlegen, kann eine entsprechende Rente beansprucht werden. Hiervon ist nicht auszugehen, wenn zum Zeitpunkt der Heirat ein Ehepartner bereits an einer Krebserkrankung im Endstadium leidet. Dies entschied das Hessische [...]

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