Wird Unterhalt nicht gezahlt und laufen Vollstreckungsversuche ins Leere, so ist auch zu überlegen, ob die Erstattung einer Strafanzeige ein adäquates Mittel zur Erhöhung der Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit sein könnte.

Sowohl vom objektiven, als auch vom subjektiven Tatbestand her sind Klippen zu umschiffen.

Allein das Vorliegen eines Vollstreckungstitels genügt nicht für das Feststellen einer Unterhaltsverpflichtung, vielmehr muß der Strafrichter eigene Feststellungen hierzu anstellen. Des weiteren muß Leitungsfähigkeit bestehen, d. h. der Täter muß, ohne seinen eigenen Lebensbedarf oder die Ansprüche vorrangig Berechtigter zu gefährden, zumindest in der Lage sein, teilweise zu leisten. Im Falle anzunehmender Unterlassungsbemühungen wird man die weitere Prüfung verlangen müssen, daß ein pflichtgemäßes Verhalten wenigstens zu einer teilweisen Leistungsfähigkeit geführt hätte.

Alle – legal, aber auch illegal – erzielten Einkünfte sind zu berücksichtigen, allerdings gilt es zu beachten, daß die Aufgabe einer illegalen Tätigkeit unterhaltsrechtich nicht vorgeworfen werden darf.

Ferner muß sich der Täter  vorsätzlich der Unterhaltspflicht entziehen mit der Folge einer tatsächlichen oder potentiellen Gefährdung des Berechtigten.