Amtsgericht Hannover, Pressemitteilung vom 22.04.2014 (559 C 44/14):

Das Amtsgericht Hannover hat eine Klage auf Zahlung von 1161,26 € gegen ein hannoversches Reiseunternehmen wegen angeblicher Mängel einer Türkeireise abgewiesen.

Der Kläger buchte bei der Beklagten für die Zeit vom 4.9.- 18.9.2013 eine Flugpauschalreise mit All Inclusive- Leistungen in das Hotel „Angora Beach Resort in Doganbey für sich und seine Partnerin für 2258 €. Der Kläger bemängelte, daß sich in der Nähe des Hotels eine Moschee befunden und der Muezzin beginnend ab 6.00 Uhr morgens, verstärkt durch Lautsprecher, mehrmals täglich für ca. 5 Minuten zum Gebet gerufen habe.

Außerdem sei während des Hinflugs die Armlehne am Sitz abgebrochen, beim Rückflug habe das Flugzeug erst beim 3. Landeversuch unsanft aufgesetzt.

Das Gericht hat festgestellt, daß Muezzinrufe in der Türkei landestypisch sind, vergleichbar mit Kirchenglockengeläut in einem christlichen Land. Ein Reisemangel ist darin nicht zu sehen. Außerdem war der Reisebeschreibung zu entnehmen, daß sich das Hotel im Ortszentrum von Doganbey befindet, so daß der Kläger mit landestypischen Geräuschen rechnen mußte.

Der defekte Sitz stellte zur Überzeugung des Gerichts eine bloße Unannehmlichkeit dar, die nicht zu einer Minderung führt. Es war dem Klägervortrag nicht zu entnehmen, wann und wie die Armlehne abgebrochen sein soll, außerdem führe eine etwaig fehlende Armlehne nicht dazu, daß das Sitzen derart beeinträchtigt würde, daß der Flug insgesamt unbrauchbar wäre.

Da die Landung von Wetterbedingungen abhängt auf die der Luftbeförderer keinen Einfluß hat, muß ein Fluggast im Einzelfall auch mit einer unsanften Landung rechnen.